DERBY-THRILLER: RASTAS BESTES SAISONSPIEL OHNE BELOHNUNG!

Mit einer großartigen kämpferischen Leistung hat RASTA Vechta Titelkandidat EWE Baskets Oldenburg an den Rande einer Niederlage gebracht. Am Mittwochabend unterlag das um so viel stärker als in den letzten Partien agierende Team von Head Coach Thomas Päch unglücklich mit 80:82. Am Samstag (20.30 Uhr, live auf www.magentasport.de/basketball) werden die RASTAner bei den Hamburg Towers den nächsten Angriff auf den ersten easyCredit BBL-Saisonsieg unternehmen.

Foto: Ulf Duda.

In Kürze

Wären 3.140 Zuschauer im RASTA Dome gewesen, es hätte keiner mit Herz-Rhythmus-Störungen darunter sein dürfen. Denn das Derby verlangte allen alles ab. RASTA zeigte gegen den Tabellendritten seine beste Saisonleistung und war in der Schlussminute drauf und dran, den hauhohen Favoriten in die Knie zu zwingen - und dass sogar ohne den am Fuß verletzten Philipp Herkenhoff. Sechs Vechtaer machten neun oder mehr Punkte, RASTA holte mehr Rebounds als die Oldenburger Riesen um Star-Center Rasid Mahalbasic und auch sonst glänzte das Team durch großartigen Kampf. In der Crunchtime waren es dann ein, zwei Würfe der Vechtaer die sich noch aus dem Korb drehten, so dass die EWE Baskets Oldenburg einen glücklichen Auswärtssieg feiern durften.

1. Viertel

Die Partie begann wie erwartet, der haushohe Favorit setzte sich zunächst einmal ab. Nach RASTAs viertem Ballverlust traf Karsten Tadda nach 3:38 Minuten per Freiwurf schon zum 12:4 für die Gäste. Ein Dreier von Josh Young im Anschluss (7:12, 4.) und ein butterweicher Jumper von Dennis Clifford zum 9:12 (5.) ließen RASTA in der Partie ankommen. Die nächsten zwei Offensiv-Aktionen aber blieben ohne Erfolg und so bekamen die EWE Baskets Oldenburg die Chance auf einen Lauf. Nathan Boothe machte in der 7. Minute seine Punkte zehn bis zwölf zum 17:9, Keith Hornsby traf ebenfalls von Außen - 20:9. Und dass der Tabellenvierte hier da Sagen hatte, unterstrich erneut Hornby per Dunking zum 22:13 in der 9. Minute. RASTAs Übel im 1. Viertel waren sieben Turnovers und sieben weniger genommen Würfe als die Oldenburger (12:19).

2. Viertel

Oldenburgs vierter Dreier des Abends, getroffen von Philipp Schwethelm, bescherte dem Drijencic-Team die nächste Elf-Punkte-Führung (29:18, 11. Minute), Keith Hornsby legte nach zum 31:18 - Auszeit RASTA (12.). Aus dieser heraus erstarkten die Vechtaer und kämpften sich vorbildlich zurück in das Spiel. Ein weiterer Young-Dreier zum 27:35 zwang die Oldenburger in deren erste Auszeit (15.), Tim Hasbargen legte von jenseits der 6.75 Meter nach zum 32:37 (16.) und fünf Punkte in Serie von Will Vorhees brachten RASTA bis auf einen Punkt an die EWE Baskets heran - 40:41 (19.). Im 2. Viertel hatten die Vechtaer nur einen Ballverlust zu verzeichnen, sie hatten 11:6 Rebounds geholt und in Stefan Peno (bis dahin sieben Assists) einen gut aufgelegten Lenker.

3. Viertel

Der Start in die 2. Halbzeit wollten den Vechtaer nicht wie gewünscht gelingen. Die EWE Baskets Oldenburg starteten einen Lauf, gingen durch einen Freiwurf von Kapitän Rickey Paulding in der 23. Minute mit 54:45 in Führung - Auszeit RASTA. Die Besprechung mit Coach Päch gelange hervorragend, RASTA kam grandios zurück in die Partie. Mit einem Dreier eröffnete Jean Salumu seinen persönlichen Scoring-Run des 3. Viertels zum 48:54 (23.), Robin Christen legte von Außen nach zum 53:57 (25.). Dann schlug die Stunde von Björn Rohwer. Der baumlange Center machte sechs Punkte, u.a. zur 60:59-Führung (26.) und erneut Christen von jenseits der 6.75 Meter stellte auf 65:61 (29.). Ohne Frage, der RASTA Dome wäre ein Tollhaus gewesen, so durften Vechtas Fans im heimischen Wohnzimmer ausrasten. Und sogar mit einer Führung konnten die Gastgeber in die Pause gehen, weil Tim Hasbargen mit Ablauf der 30. Minute nachsetzte und zum 67:66 traf.

4. Viertel

Bis Mitte des Schlussabschnittes drohten den Vechtaer dann die Felle davon zu schwimmen. Paulding traf zum 77:71 für Oldenburg - Vorentscheidung in der 34. Minute? Mitnichten! RASTA gab alles, Vollgas, Emotionen, und als Kapitän Josh Young 3:05 Minute vor dem Ende per Dreier zum 80:79 einnetzte, hörte man den Jubel aus den Vechtaer Häusern bis an die Pariser Straße. Die Partie wurde nun in der Defense entschieden, beide Mannschaften fighteten um jeden Zentimeter auf dem Parkett. 37 Sekunden vor dem Ende konnte der in Halbzeit zwei so gut aufgelegte Jean Salumu auf 83:81 stellen. Doch sein Dreier drehte sich aus dem Korb der Oldenburger heraus. Aber als Oldenburgs Phil Pressey 14 Sekunden vor Schluss nur eine von zwei Freiwürfen zum 82:80 traf, hatte RASTA die Chance, das Spiel mit dem letzen Angriff für sich zu entscheiden oder zumindest die Verlängerung zu erzwingen. Die EWE Baskets jedoch verteidigten großartig, RASTAs Plan für den letzten Wurf ging nicht auf und Stefan Peno Threeball fand nicht den Weg durch die Oldenburger Reuse - 80:82.

Mittwoch, 30. Dezember 2020 - 19 Uhr - easyCredit BBL - 10. Spieltag

RASTA Vechta - EWE Baskets Oldenburg 80:82 (18:26 / 26:22 / 23:18 / 13:16)

VEC: Ike Iroegbu (10 Punkte), Stefan Peno (1/7 Assists), Tim Hasbargen (7), Josh Young (13/5 Rebounds/4 Assists), Noah Jänen (DNP), Jean Salumu (12), Jannes Hundt (2), Björn Rohwer (6), Robin Christen (11), Will Vorhees (9/6 Rebounds) und Dennis Clifford (9/10 Rebounds).

OL: Braydon Hobbs (2/6 Assists), Keith Hornsby 11), Sebastian Herrera (4), Karsten Tadda (4), Jacob Hollatz (DNP), Martin Breunig (6/8 Rebounds), Norris Agbakoko (DNP), Rickey Paulding (11), Rasid Mahalbasic (6), Phil Pressey (6), Philipp Schwethelm (9) und Nathan Boothe (23).

Stimmen der Trainer zum Spiel

Thomas Päch (Vechta): „Also erst einmal Glückwunsch an Mladen und Oldenburg. Ich gebe ihm recht, Derbys sind immer etwas ganz besonderes. Das Resultat ist für uns natürlich bitter. Nichtsdestotrotz kann ich meiner Mannschaft heute in keinem Belang einen Vorwurf machen. Ganz im Gegenteil: Ich bin stolz darauf, wie wir gespielt haben, welche Reaktion wir gezeigt haben. Leider haben wir ein bisschen verkrampft angefangen, hatten da noch nicht das Tempo, die Galligkeit, die Giftigkeit, die wir später hatten. Während wir fünf Minuten gebraucht haben, um ins Spiel zu kommen, haben es die Oldenburger gleich gut gemacht. Aber von da an waren wir mit einer Aufmerksamkeit, mit einer Physis im Spiel, mit einer Präsenz, die wichtig war. So haben wir uns die Möglichkeit erarbeitet, die Partie am Ende in die Verlängerung zu schicken oder gar zu gewinnen. Aber da sieht man halt auf, welche Qualität die Oldenburger in der Mannschaft haben, die in solchen Situationen einen Tick abgezockter ist. Aber trotzdem: Heute kann ich vor meiner Mannschaft nur den Hut ziehen. Und ich hoffe, dass die Energie und der Spirit von heute das sind, womit es jetzt weitergeht.“

Mladen Drijencic (Oldenburg): „Wie erwartet, Derbys sind auch ohne Zuschauer richtige Derbys. Wir hatten der Mannschaft schon auf der Rückfahrt aus Ulm gesagt, dass sie im Hinblick aufs Derby nicht auf die Tabelle schauen soll. Es zählen nur die 40 Minuten, die man dann abliefert. Heute haben wir sehr, sehr gut angefangen, RASTA sehr viel weggenommen und auch offensiv einen sehr guten Rhythmus gehabt. Dann jedoch haben wir uns emotional zu sehr gehen lassen. In meinen Augen haben wir so manche Situation in der Offense zu schnell abgeschlossen - statt mit Köpfchen zu spielen. Und daraus hat sich dann bis zur letzten Sekunde ein offenes Spiel entwickelt. In den letzten zehn Tagen hatten wir kein einfaches Programm, wir hatten heute etwas schwere Beine. Zumal es nach Ulm die zweitlängste Auswärtsfahrt war. Heute haben wir statt sonst 40% von Außen nur 29% getroffen haben, Hobbs und Paulding gar keinen Dreier getroffen haben. Daran sieht man, wie sehr uns diese Punkte gefehlt haben. Die gegnerische Defense war gut eingestellt, sie hat die Zone zugemacht. Und als wir von draußen nicht getroffen haben, konnten sie sie noch dichter machen. Aber am Ende haben es die Jungs clever gelöst. Und ich bin glücklich, dass wir mit einem Sieg im Rücken ins neue Jahr starten können.“

Nächstes RASTA-Spiel: am Samstag, 2.1., um 20.30 Uhr bei den Hamburg Towers.

RASTA Vechta - 2020/2021 - Der Kader

Jordan Barnett (Forward, 24, USA), Robin Christen (Forward, 29, D), Dennis Clifford (Center, 28, USA), Tim Hasbargen (Guard, 24, D), Philipp Herkenhoff (Forward, 21, D), Jannes Hundt (Guard, 24, D), Ikre Iroegbu (Guard, 25, NGR/USA), Stefan Peno (Guard, 23, SRB), Björn Rohwer (Center, 24, D), Jean Salumu (Guard, 30, BEL), Malte Stenzel (Guard, 22, D), Will Vorhees (Forward, 25, USA), Josh Young (Guard, 32, USA). Head Coach: Thomas Päch (38, D). Assistant Coaches: Derrick Allen (40, USA), Marius Graf (29, D). Athletic Trainer: Andreas Finsinger (30, D).

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