IN BAYREUTH: HERKENHOFF-COMEBACK OHNE HAPPY END!

RASTA Vechta hat nach dem Wechsel des Head Coaches nicht umgehend in die Erfolgsspur zurückgefunden. Beim easyCredit Basketball Bundesliga-Debüt von Derrick Allen als Verantwortlicher unterlagen die Niedersachsen bei Playoff-Kandidat medi bayreuth nach einer neuerlich verkorksten 1. Halbzeit mit 79:95 (35:58). Erfreulich aus Sicht der Vechtaer: Youngster Philipp Herkenhoff feierte nach mehr als dreimonatiger Verletzungspause sein Comeback.

Kein Sieg beim BBL-Debüt: RASTAs neuer Head Coach Derrick Allen. Foto: Maximilian Lauterbach.

Jedoch: Auch das erste Spiel des 21-Jährigen seit dem 27. Dezember vermochte u.a. das Fehlen von Dennis Clifford und Jean Salumu (beide verletzt) nicht aufzuwiegen. Und auch sonst waren es vor allem die Stärken von medi bayreuth, die am Karsamstag zum Tragen kamen. Die für ihre hohen Trefferquoten bekannten Oberfranken spielten RASTA zwischen der 8. und der 26. Minute regelrecht an die Wand, machten aus einem 21:21 eine 29-Punkte-Führung (72:43). Die Partie war praktisch schon zur Halbzeitpause entschieden, zumindest ein Debakel wussten die Vechtaer nach dem Seitenwechsel zu verhindern. Aber RASTA hatte in der Defense trotz 19 Bayreuther Ballverlusten zu lange kein Mittel gefunden, um die Spielfreude des Playoff-Kandidaten (25 Assists) zu unterbinden.

Fakten

Würfe: RASTA 29/67 (43%) - Bayreuth 32/55 (58%)
Dreier: RASTA 11/34 (32%) - Bayreuth 10/24 (42%)
Freiwürfe: RASTA 10/18 (56%) - Bayreuth 121/28 (75%)
Rebounds: RASTA 27 - Bayreuth 38
Assists: RASTA 16 - Bayreuth 25
Ballverluste: RASTA 14 - Bayreuth 19
Steals: RASTA 10 - Bayreuth 6

1. Viertel

2:40 Minuten waren verstrichen, da sah Derrick Allen erstmals eigene Punkte als Verantwortlicher. Robin Christen hatten von jenseits der 6.75 Meter zum 3:7 getroffen. Überhaupt waren es die Dreier, die RASTA bei medi bayreuth zunächst im Spiel hielten. Gleich sechs Treffer von Außen waren es in den ersten zehn Minuten - bei zehn Versuchen. Eine Führung konnten sich die Gäste zwar nicht erkämpfen, jedoch erfreulich: Philipp Herkenhoff gab nach über drei Monaten sein Comeback, machte fünf Punkte in Serie zum 21:21 (8. Minute) - Auszeit Bayreuth. Raoul Korner fand die richtigen Worte und über RASTA brachen ab nun alle Stärken der Oberfranken herein. Diese legten sogleich einen 8:0-Laufs aufs Parkett, führten zur Pause mit 29:24.

2. Viertel

Die gute Phase der um einen Playoff-Platz kämpfenden Bayreuther setzte sich - von den Vechtaern praktisch unbeantwortet - fort. In der 12. Minute stellte Lazeric Jones per And-One auf 37:26 und Mitte des 2. Viertels bedeuteten zwei Dreier von Philip Jalalpoor schon das 45:28. Auf Seiten der Vechtaer fielen indes gar keine Würfe mehr, das Allen-Team bekam offensiv keinen Fuß mehr auf das Parkett der Oberfrankenhalle. medi bayreuth hingegen netzte im 2. Viertel sechs von neun Versuchen von jenseits der 6.75 Meter ein. So gelang es dem Korner-Team in der Schlussphase der 1. Halbzeit auch, sich weiter und weiter von den Niedersachsen abzusetzen. Dreier Doreth, Dreier Olisevicius, Dreier Doreth: 58:35 (20.). Fakt: RASTA hatte im 2. Viertel nur vier Rebouds geholt, Bayreuth zehn.

3. Viertel

Mit seinem zweiten Dreier der Partie eröffnete Herkenhoff das Scoring nach dem Seitenwechsel, traf zum 38:59 (21.). Tonangebenden aber war weiterhin medi bayreuth. Sinnbildlich dafür stand Dererk Pardons Poster-Dunk über Björn Rohwer in der 23. Minute - And-One, 64:38. Nach Vechtas elftem Ballverlust wuchs der Rückstand der Gäste sogar auf 29 Punkte an (43:72, 26.). Nach einer nun folgenden Auszeit von Derrick Allen kamen die Gäste wieder besser ins Spiel und legten sogar einen 13:3-Lauf zum 56:75 aufs Parkett. Das Aufbäumen zeugte vom Willen der Vechtaer, die das 3. Viertel noch mit 23:19 für sich entscheiden konnten. Aber: Dem bekanntermaßen so starken, großbewachsenen und athletischen Frontcourt der Bayreuther hatte RASTA nichts entgegenzusetzen, war bei den Rebounds aufs ärgste unterlegen und konnte Pardon und Co. auch nicht am Punkten hindern.

4. Viertel

Im Schlussabschnitt setzte sich RASTAs gute Phase fort und die Vechtaer kamen nach ihrem neunten Steal bis auf 17 Punkte heran, Robin Christen hatte zum 60:77 getroffen. Erst nach 3:38 Minuten erlaubten die Vechtaer den Gastgebern Punkte im 4. Viertel. Aber den Rückstand so verringern, dass ein „Wunder von Bayreuth“ hätte möglich werden können, vermochte das Allen-Team auch nicht. In der 37. Minute traf zunächst einmal mehr Jalalpoor per Dreier zum 88:66, Pardon legte in der Zone ein And-One zum 91:68 nach. RASTAs großes Problem bei der Aufholjagd: Die Dreier fielen nicht. Hatte die Quote nach dem 1. Viertel noch bei 60% (6/10) gelegen, rauschte sie in den nächsten 30 Minuten auf nicht konkurrenzfähige 20.8% herunter (5/24). In den Schlussminuten des 26. Spieltages drehten die Gäste noch einmal auf und zwangen Raoul Korner 109 Sekunden vor dem Ende nach einem Sosa-Dreier zum 73:91 sogar noch einmal in eine Auszeit (39.). Am letztlich doch deutlichen Ausgang der Partie änderte RASTAs Aufbäumen aber auch nichts mehr.

Ausblick

Aus der mit 44:37 gewonnenen 2. Halbzeit müssen die RASTAner nun Selbstvertrauen schöpfen, aus der mit 35:58 verlorenen 1. Halbzeit ganz schnell ihre Lehren ziehen. Denn schon am Mittwoch (19 Uhr) gegen die Hamburg Towers und am Samstag (20.30 Uhr) gegen die NINERS Chemnitz stehen jeweils im RASTA Dome die nächsten Herausforderungen an. Dass Head Coach Derrick Allen dann auf die verletzten Jean Salumu und Dennis Clifford wird zurückgreifen können, scheint indes praktisch ausgeschlossen.

Karsamstag, 3. April 2021 - 18 Uhr - easyCredit BBL - 26. Spieltag

medi bayreuth - RASTA Vechta 95:79 (29:24 / 29:11 / 19:23 / 18:21)

BAY: Dererk Pardon (20 Punkte/9 Rebounds), Nico Wenzl (2), Philip Jalapoor (10), Kay Bruhnke, Bastian Doreth (9/6 Assists), Andreas Seiferth (12), Lazeric Jones (12), Matt Tiby (5), Johannes Krug, David Walker (4/2 Steals), Frank Bartley (6/5 Assists) und Osvaldas Olisevicius (15).

VEC: Stefan Peno (4 Punkte), Tim Hasbargen, Josh Young (3), Edgar Sosa (15/3 Assists), Philipp Herkenhoff (11), Jannes Hundt (7), Jordan Barnett (8/7 Rebounds/2 Steals), Björn Rohwer (5), Robin Christen (5/3 Assists), Jesse Hunt (15/5 Rebounds/3 Assists), Will Vorhees (6/2 Steals).

Stimmen der Trainer zum Spiel

Derrick Allen (Vechta): „Ich glaube, dass wir im 1. Viertel ganz okay gespielt haben. Leider aber haben wir 29 Punkte zugelassen, was einfach zu viel ist. Im 2. Viertel war es dann ganz schlimm für uns, denn wir konnten Bayreuth einfach nicht stoppen. Genau daran hatten wir in dieser Woche gearbeitet und ich dachte, wir hätten uns hier auch verbessert. Aber ganz offensichtlich müssen wir weiter daran arbeiten. Wir haben im letzten Viertel zwar noch einmal dagegengehalten, aber Basketball ist nunmal ein Spiel über 40 Minuten. Jetzt werden wir erst einmal nach Hause fahren, uns ein wenig erholen und Ostern feiern. Am Montag geht es dann weiter mit der Arbeit.“

Raoul Korner (Bayreuth): „Wir haben in der 1. Halbzeit und besonders im 2. Viertel die Zügel angezogen und hier das Spiel auch auf Eis gelegt. Ich hätte mir im 3. und auch im 4. Viertel ein wenig mehr Fokus gewünscht, aber letztendlich kann man dem Team auch nicht vorwerfen, dass - wenn jeder weiß, dass das Spiel vorbei ist - man den ein oder anderen Prozentpunkt an Fokus verliert. Ich bin froh, dass wir eine große Rotation spielen konnten und letztlich niemand mehr als 24 Minuten spielen musste, was uns bei dem harten Restprogramm noch helfen kann.“

Nächstes RASTA-Spiel: am Mittwoch, 7.4., um 19 Uhr gegen die Hamburg Towers (live auf www.magentasport.de/basketball)

RASTA Vechta - 2020/2021 - Der Kader

Jordan Barnett (Forward, 25, USA), Robin Christen (Forward, 29, D), Dennis Clifford (Center, 29, USA), Tim Hasbargen (Guard, 25, D), Philipp Herkenhoff (Forward, 21, D), Jannes Hundt (Guard, 24, D), Jesse Hunt (Forward, 23, AUS), Noah Jänen (Forward, 17, D), Martin Kalu (Forward, 16, D), Marlin Mason (Forward, 27, USA), Stefan Peno (Guard, 23, SRB), Björn Rohwer (Center, 25, D), Jean Salumu (Guard, 30, BEL), Edgar Sosa (Guard, 33, DOM), Malte Stenzel (Guard, 23, D), Will Vorhees (Forward, 25, USA), Josh Young (Guard, 32, USA). Head Coach: Derrick Allen (40, USA), Assistant Coaches: Mauricio Parra (48, ESP), Marius Graf (30, D). Athletic Trainer: Andreas Finsinger (30, D).

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