STARKES 2. VIERTEL REICHT NICHT: RASTA UNTERLIEGT „ZAUBERERN“!

Am 9. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga musste sich RASTA Vechta dem Tabellenzweiten, den HAKRO Merlins Crailsheim, trotz einer Halbzeitführung noch geschlagen geben. RASTA unterlag dem Favoriten mit 81:98 (52:48) und wartet weiter auf den ersten Saisonsieg. Schon in weniger als 72 Stunden steht RASTA der nächste Gegner ins Haus, es sind am Mittwoch (30.12., 19 Uhr, www.magentasport.de/basketball) die EWE Baskets Oldenburg, der Tabellendritte.

Foto: Sebastian Neddermann.

In Kürze

Wären am Sonntagabend wie sonst üblich 3.140 Zuschauer im RASTA Dome gewesen, sie hätten die Vechtaer Kultstätte im 2. Viertel in ein Tollhaus verwandelt. Doch dass RASTA diesen Spielabschnitt mit 30:17 gewonnen hatte, interessierte später mehr oder weniger nur am Rande. Denn durch einen 0:22-Lauf nach dem Seitenwechsel zum 54:70 (29.) beraubten sich die Vechtaer alle Hoffnungen auf den ersten Erfolg seit Mitte Oktober. Da halfen auch die elf Punkte im 2. Viertel von Philipp Herkenhoff nicht, nicht die 13 Zähler vom erstmals eingesetzten Ike Iroegbu oder die 22 von Jean Salumu. RASTA hatte nach sechs getroffenen Dreiern in Halbzeit eins (bei 13 Verschuchen), nur noch einen (bei 14 weiteren Versuchen) nach dem Seitenwechsel verwandelt. Und 13 Ballverluste in den zweiten 20 Minuten waren ebenfalls ein guter Grund für die Heimniederlage gewesen.

1. Viertel

Mit einem Monster-Dunking zum 4:4 (2. Minute) holte Dennis Clifford wohl jeden aus der Weihnachtsruhe - ein TOP10-Kandidat. RASTAs Kapitän Josh Young legte schöne Punkte in der Zone zum 8:11 (4.) und zum 10:13 (5.) nach. Aber der Tabellenzweite aus Baden-Württemberg wurde seiner Favoritenrolle gerecht, ein Dreier von easyCredit BBL-Topscorer Trae Ball-Haynes zwang Thomas Päch in der 5. Minute beim Stand von 10:17 in eine erste Auszeit. Ein Dutzend Punkte machte der Kanadier im 1. Viertel - überragend. RASTAs Defense wankte gegen die vor Selbstvertrauen nur so strotzenden Gäste. 2:13 Minuten vor Viertelende hatten die „Zauberer“  beim 28:14 dann schon doppelt so viele Punkte auf dem Konto wie RASTA. Zwei Dreier von Young und Robin Christen zum 20:28 (9.) sowie zwölf Sekunden vor Viertelende die ersten Punkte von Neuzugang Ike Iroegbu gaben Anlass zur Hoffnung - 22:31 (10.)

2. Viertel

Und diese Hoffnung wurde im 2. Viertel mit Leben gefüllt. Ein in dieser Phase ganz starker Philipp Herkenhoff führte die Aufholjagd der Vechtaer an, traf in der 15. Minute per Dreier zum 33:39. Nach einem Traumpasse von Stefan Peno auf Clifford legte dieser zum 35:39 nach - Auszeit Crailsheim (15.). RASTA verpasste noch die erste Chance zum Ausgleich und kassierte im Gegenzug einen Threeball von Jeremy Jones zum 37:42 (16.). Aber: Das Päch-Team schüttelte sich kurz und machte weiter Druck. Ein weiterer Herkenhoff-Dreier sowie einer von Jean Salumu besorgten in der 17. Minute eine 43:42-Führung. Und RASTA konnte diesen minimalen Vorsprung bis zur Halbzeit sogar noch etwas ausbauen, weil Herkenhoff noch zum 52:48 traf (20.). RASTA hatte sich im 2. Viertel nur zwei Ballverluste geleistet, acht Assists verteilt und 11:7 Rebounds geholt - außerdem in Halbzeit eins sechs von 13 Dreiern getroffen.

3. Viertel

2:25 Minuten nach dem Seitenwechsel war RASTAs knapper Vorsprung aufgebracht. Fabian Blekc mit fünf Punkten in Serie bescherte den HAKRO Merlins Crailsheim eine 55:54-Führung - Auszeit RASTA (23.). Weiter tonangebend aber war der Favorit. Dessen Defense ließ nun nichts mehr, rein gar nichts der Gastgeber zu. RASTA kassierte Punkt um Punkt, unter anderem zwei Dreier von Elias Lasisi zum 54:62 (16.) und 54:65 (17.). Die Vechtaer sahen dabei zu wie sie binnen 6:26 Minuten einen 0:20-Lauf kassierten, beim 54:68 in der 18. Minute musste Thomas Päch die nächste Auszeit nehmen. Die HAKRO Merlins Crailsheim aber trafen weiter, so etwa Jones von jenseits der 6.75 Meter zum 73:55 (19.). Nur sieben Punkte waren RASTA Vechta im 3. Viertel vergönnt, vor dem Schlussabschnitt lag man mit 16 Zählern hinten - 59:75. Satte neun Ballverluste hatten sich die Vechtaer im 3. Viertel erlaubt, nur zwei von elf Würfen getroffen.

4. Viertel

Hatte RASTA in den ersten 20 Minuten sehr gut von Außen getroffen, so waren nun die HAKRO Merlins Crailsheim an der Reihe. Nach vier von sechs erfolgreichen Versuchen im 3. Viertel legten die Zauberer in jedem wichtigen Moment des Schlussabschnittes noch einen drauf. Noch einmal 5/9 legte das Iisalo-Team in den letzten zehn Minuten nach, jeder Hauch einer Comeback-Chance der RASTAner wurde einfach von jenseits der 6.75 Meter weggeblasen. Mitte des 4. Viertels, Ike Iroegbu war gerade spektakulär und erfolgreich durch die Zone gekommen und hatte zum 75:88 (35.) getroffen, mussten die HAKRO Merlins Crailsheim noch einmal eine Besprechung an der Bande einberufen. Doch nach dieser war der Favorit wieder in der Spur und RASTA konnte auch keinen Vorteil mehr daraus ziehen, dass die Gäste in immer größere Foul-Probleme gerieten.

Sonntag, 27. Dezember 2020 - 18 Uhr - easyCredit BBL - 9. Spieltag

RASTA Vechta - HAKRO Merlins Crailsheim 81:98 (22:31 / 30:17 / 7:27 / 22:23)

VEC: Ike Iroegbu (13 Punkte), Stefan Peno (3/5 Assists), Tim Hasbargen (7), Josh Young (9), Noah Jänen (DNP), Jean Salumu (22), Philipp Herkenhoff (11/6 Rebounds/3 Steals), Jannes Hundt, Björn Rohwer (DNP), Robin Christen (3), Will Vorhees und Dennis Clifford (13/6 Rebounds).

CRA: Trae Bell-Haynes (23/7 Rebounds/5 Assists), Maurice Stuckey (8), Elias Lasisi (19), Haywood Highsmith (12/7 Rebounds/5 Assists/5 Steals), Fabian Bleck (8), Tim Coleman (3), Radii Caisin, Jamuni McNeace (6), Vladan Lazic (DNP), Dejan Kovacevic (2) und Jeremy Jones (17).

Stimmen der Trainer zum Spiel

Thomas Päch (Vechta): „Glückwunsch an Thomas und Crailsheim, die wieder einen tollen Basketball spielen. Es macht wirklich Spaß, Ihnen zuzugucken. Ich hatte eigentlich das Gefühl, dass wir gut vorbereitet in das Spiel gegangen sind. Aber in der Defense waren wir zu Beginn zu passiv. Zwar konnten wir das Ball-Movement der Crailsheimer unterbinden. Aber Trae Bell-Haynes spielt gerade eine unglaubliche Saison und hat uns heute ganz oft im Eins-gegen-Eins geschlagen. Als wir dann im 2. Viertel die Defense etwas umgestellt und auch aggressiver vereidigt haben, lief es auch in der Offensive. In der 1. Halbzeit haben wir offensiv auch unseren Würfe gefunden, in der 2. hingegen hat uns gerade zu Beginn an beiden Enden des Feldes die Energie, die Spannung, die Spritzigkeit gefehlt. Zwar haben wir den Ball bewegt, aber wir haben ihn blind bewegt. Wir haben ihn immer dahin gepasst, wo nicht der freie Spieler war und haben die Situationen nicht gut gelesen. Und wenn wir dann einmal gut Möglichkeiten hatten, haben wir den Ball fahrlässig weggeworfen. Im 3. Viertel hatten wir neun Turnovers, die alle zu diesen Fastbreak-Punkten der Crailsheimer geführt haben. Und wenn der Gegner eben nichts anderes machen muss also noch vorne zu laufen und zu scoren, dann wird's halt irgendwann schwierig. Und dann kommt im 4. Viertel noch dazu, dass Crailsheim sein Selbstbewusstsein ausspielt und sie in wichtigen Momenten die richtigen Einscheidungen treffen - sie haben da die richtigen Leute gefunden, die haben getroffen. Alles das ist bei uns gerade nicht da. Und was mich ärgert, ist, dass meine Mannschaft, glaube ich, nicht versteht, in welcher Situation wir sind. Dass wir in so einem Spiel 23:30 Fouls auf dem Bogen stehen haben, drei Gegner ausgefoult sind - bei uns keiner. Es geht nicht darum, jemanden umzuhacken. Aber es geht darum, mit mehr Physis, mit mehr Aggressivität und vielleicht auch mit mehr Wut im Bauch in so ein Spiel hineingeht. Aber wahrscheinlich habe ich nicht jeden realisieren lassen können, wo wir gerade stehen.“

Tuomas Iisalo (Crailsheim): „Am Ende hat es gereicht, weil wir unsere zweiten Chancen genutzt haben und unsere Fastbreaks erfolgreich abgeschlossen haben. Aber mit meinem Job in Vorbereitung auf dieses Spiel bin ich nicht zufrieden. Denn meine Spieler haben sich heute in vielen Phasen des Spiels zurückgelehnt, sie waren nachlässig in der Verteidigung. Und Vechta war sehr gut vorbereitet auf unsere Pick and Roll-Defense. Ich hatte immer das Gefühl, dass wir zu langsam und Vechta einen Schritt schneller ist als wir. Aber wir haben in dieser Saison auch schon viele Spiele gewonnen, diese Erfahrung hat uns heute in den schwierigen Momenten geholfen. Dass es diese gibt, ist bei unserem jungen Kader auch ganz normal, denn in jungen Jahren ist man schon einmal etwas nachlässig. Aber es ist unsere Aufgabe als Coaches, das nicht zu akzeptieren. Somit ist das eine große Herausforderung für uns. Letztlich hat Vechta gut gespielt, aber wir waren ein bisschen besser.“

Nächstes RASTA-Spiel: am Mittwoch, 30.12., um 19 Uhr gegen die EWE Baskets Oldenburg

RASTA Vechta - 2020/2021 - Der Kader

Jordan Barnett (Forward, 24, USA), Robin Christen (Forward, 29, D), Dennis Clifford (Center, 28, USA), Tim Hasbargen (Guard, 24, D), Philipp Herkenhoff (Forward, 21, D), Jannes Hundt (Guard, 24, D), Ikre Iroegbu (Guard, 25, NGR/USA), Stefan Peno (Guard, 23, SRB), Björn Rohwer (Center, 24, D), Jean Salumu (Guard, 30, BEL), Malte Stenzel (Guard, 22, D), Will Vorhees (Forward, 25, USA), Josh Young (Guard, 32, USA). Head Coach: Thomas Päch (38, D). Assistant Coaches: Derrick Allen (40, USA), Marius Graf (29, D). Athletic Trainer: Andreas Finsinger (30, D).

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