SPIEL 2: RASTA FEHLEN IN BAMBERG 0,8 SEKUNDEN ZUM SIEG

easyCredit BBL-Aufsteiger RASTA Vechta hat am Mittwochabend nur um Haaresbreite eine 2:0-Führung im Playoff-Viertelfinale gegen Brose Bamberg verpasst. Knapp eine Sekunde vor Ende des 4. Viertels führte Bambergs „Lebensversicherung“ Tyrese Rice die Franken noch in die Verlängerung. In der wehrten sich die so arg dezimierten Vechtaer weiter tapfer, unterlagen aber schließlich mit 98:102 (31:35).

Bewies einmal mehr seine Klasse: RASTAs T.J. Bray. Foto: Daniel Löb.

Vor gut 5.800 Zuschauern in der nicht ausverkauften BROSE ARENA hatte RASTAs Head Coach wie schon in Spiel 1 nur sieben einsatzbereite Profis, dazu Farmteam-Center Tim Insinger und den erst 17 Jahre alten Luc van Slooten sowie Rekonvaleszent Clint Chapman auf den Spielberichtsbogen setzen können. Doch diese „Glorreichen Sieben“ waren auch im Kulttempel zunächst nicht zu stoppen, erspielten sich durch Dreier des nimmermüden Hollins – der Forward spielte 45 Minuten durch – und Kapitän Josh Young eine 10:4-Führung (5. Minute). Als dann auch noch Philipp Herkenhoff eine Minute später Bambergs Koloss Cliff Alexander blockte und T.J. Bray in der 9. Minute per Step-Back-Dreier über Elias Harris zum 13:9 traf, durften alle mitgereisten und in Vechta mitfiebernden RASTA-Fans auf die nächste Sensation hoffen.

Mitte des 2. Viertels erspielte sich der Tabellenvierte durch einen Threeball von T.J. Bray sogar eine Zehn-Punkte-Führung, RASTA lag 23:13 vorne und Bambergs Trainer Federico Perego nahm eine erste Auszeit. Die Gastgeber hatten es ebenfalls immer wieder von jenseits der 6,75 Meter probiert, die ersten zwölf Versuche jedoch verfehlten ihr Ziel. Dies sollte sich zu Ungunsten RASTA Vechtas ab Mitte des 2. Viertels jedoch massiv ändern. Augustine Rubit brach in der 14. Minute den Bann, verkürzte auf 16:23 und der amtierenden Pokalsieger traf bis zur Halbzeit noch weitere sechs von sieben Versuche von Downtown – gekrönt von Tyrese Rice’ Neun-Meter-Wurf zum 31:35-Halbzeitstand aus Sicht der Calles-Schützlinge.

Nach dem Seitenwechsel hieß es dann: Feuer frei in der BROSE ARENA. Beide Teams lieferten sich einen offensiven Schlagabtausch par excellence – wer drohte zu fallen, schlug noch im Wanken zurück. RASTA überstand einen Fünf-Punkte-Rückstand zu Beginn des 3. Viertels (33:38, 21. Minute) und sogar einen Sieben-Punkte-Rückstand. Denn nach Maurice Stuckeys Threeball zum 61:54 (28. Minute) für den Favoriten fand Pedro Calles in der anschließenden Auszeit genau die richtigen Worte, um sein Team wieder in die Spur zu bekommen. Noch vor Viertelpause verkürzte RASTAs nicht mehr zu haltenden Captain Young – natürlich von jenseits der 6,75 Meter – auf 62:63 (30. Minute).

Josh Young war es auch, der Mitte des Schlussabschnittes für großes Entsetzen bei Bambergs Fans sorgte. RASTAs #8 machte seine Punkte 20 bis 22 zum 76:70 (35. Minute), holte sich in der 36. Minute nach eigens vergebenem Korbleger den Offensiv-Rebound und stellte auf 78:72 – Auszeit Bamberg. Und als dann Robin Christen praktisch mit Ablauf der Shotclock einen weiteren Dreier durch Bambergs Reuse jagte, führte der Underdog in der BROSE ARENA sogar mit 83:75 bei noch gut drei Minuten Spielzeit – wieder Auszeit Bamberg. Und tatsächlich  rappelte sich der schwer angeschlagene Ex-Champion noch einmal auf, verpasste RASTA nun Schlag um Schlag und Elias Harris vollendete 57,6 Sekunden vor dem Ende einen 9:0-Lauf vom Charity Stripe zur Bamberger 84:83-Führung.

In der 40. Minute überschlugen sich dann die Ereignisse: Nächster Step-Back-Dreier von Bray, Bryce Taylor kontert – Auszeit RASTA bei 86:87 und noch 27,8 Sekunden. RASTAs letzter Angriff in der regulären Spielzeit war dann Chefsache. T.J. Bray verlud Tyrese Rice am Perimeter, schoss Bambergs #4 den Spalding ins Gesicht zur Vechtaer Zwei-Punkte-Führung bei noch 6,6 Sekunden auf der Spieluhr. Und Rice? Konterte eiskalt! Hollins’ starke Defense gegen Rice reichte nicht aus, an ihm vorbei traf der Ex-Euroleague-Champion 0,8 Sekunden vor der Schlusssirene zum 89:89 – Overtime.

Brose Bamberg nahm das Momentum mit hinüber in die Verlängerung, profitierte von RASTAs Personalsorgen und hatte Glück, dass der erneut grandios aufspielende Bray wegen muskulärer Probleme für einige Minuten auf die Bank musste. RASTAs Defense konnte Rice und den überragenden Augustine Rubit nun nicht mehr  entscheidend stoppen und so verlor das Calles-Team nach 45 Minuten extrem intensiven Playoff-Minuten mit 98:102. 

Spiel 3 der Best-of-Five-Serie, in der es nun 1:1 steht, steigt am Samstagabend um 20.30 Uhr im RASTA Dome in Vechta. Restkarten für die Partie des Aufsteigers gegen den neunmaligen Deutschen Meister gibt es am Donnerstag ab Punkt 18 Uhr auf www.rasta-vechta.de. Für das Spiel 4 in Bamberg am Dienstag (28. Mai, 19 Uhr), gibt es schon jetzt Tickets und  Fanfahrt als Angebt auf https://www.schomaker-reisen.de/rasta_vechta.php.

Stimmen zum Spiel

Federico Perego (Bamberg): "Es war ein erwartet schweres Spiel, da wir in der Serie 0-1 hinten lagen. In der ersten Halbzeit haben wir viele offene Würfe nicht getroffen. Dennoch blieben wir im Spiel. Durch unsere Come-Back-Qualitäten, die wir schon die ganze Saison über wiesen haben, konnten wir auch den 10-Punkte-Rückstand ausgleichen. Danach blieb das Spiel eng und wir konnten uns in die Verlängerung retten. Dann fanden wir unser Selbstvertrauen wieder und scorten auch wieder vermehrt unter dem Korb. Die Serie ist nun ausgeglichen und wir werden in Vechta erneut alles geben."

Pedro Calles (Vechta): "Gratulation an Bamberg und Federico. Es ist immer sehr speziell in Bamberg in dieser Arena zu spielen. In der ersten Halbzeit haben wir nicht so gut getroffen. In der Pause haben wir darüber gesprochen die Würfe mit mehr Selbstvertrauen zu nehmen. Die entscheidende Phase des Spiels war beim Stand von 75:83, wo Bamberg 9 Punkte in Folge gescort hat. Bamberg hat sich in die Verlängerung gerettet. In der Verlängerung hat Rice die richtigen Entscheidungen zum Sieg für Bamberg getroffen. Die Serie ist nun ausgeglichen. Am Samstag sehen wir uns in Vechta wieder."  

easyCredit Basketball Bundesliga – Viertelfinale, Spiel 2 – Mittwoch, 22. Mai 2019 – 19.30 Uhr 

Brose Bamberg – RASTA Vechta 102:98 n.V. (11:15 / 24:16 / 30:31 / 24:27 / 13:9)

Zuschauer: 5.803 in der BROSE ARENA

Bamberg : Elias Harris (10 Punkte/6 Rebounds), Tyres Rice (16/10 Assists), Bryce Taylor (11), Ricky Hickman (5), Nikos Zisis (9/8 Assists), Louis Olinde (4), Cliff Alexander, Rubit (31/14 Rebounds), Maurice Stuckey (6), Daniel Schmidt, Patrick Heckmann und Arnoldas Kulboka (DNP).

Vechta: Austin Hollins (18 Punkte/5 Steals), Philipp Herkenhoff (16/10 Rebounds), T.J. Bray (29/12 Assists), Max DiLeo (5 Rebounds/3 Steals), Robin Christen (7), Josh Young (28/5 Rebounds), Chris Carter, Luc van Slooten (DNP), Tim Insinger (DNP) und Clint Chapman (DNP).

Spiel 3: Am Samstag, 25. Mai, um 20.30 Uhr im RASTA Dome. Tickets am Donnerstag, um 18 Uhr auf www.rasta-vechta.de

Spiel 4: Am Dienstag, 28. Mai, um 19 Uhr in der BROSE ARENA. Tickets ab sofort auf https://www.schomaker-reisen.de/rasta_vechta.php 

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